Verfasst von: nk | Oktober 12, 2010

Bekennerinschreiben von Andrea Mayer-Edoloeyi

Im Kontext der missionarischen Initiative „Glauben – Bekennen – Handeln“ der Erzdiözese Freiburg laden wir andere katholische Bloggerinnen und Blogger ein, uns in einen kurzen Text (möglichst nicht mehr als 2000 Zeichen) zu schreiben, warum sie katholisch sind. In unregelmäßigen Abständen veröffentlichen wir diese „Bekennerschreiben“. Heute schreibt Andrea Mayer-Edoloeyi, Bloggerin bei andreame.at und  thematisch.at.

Screenshot Blog andreame.at

Ich bin Christin. Ich bin katholisch. Ich bin in Österreich geboren, hineingeboren. Und doch hatte ich lange nichts mit der Kirche zu tun, hatte kein Interesse, keinen Kontakt, sah viele Hürden und mehr Fragen als Antworten. Mehr Fragen als Antworten habe ich bis heute, wenn es um Religion und Kirche geht, aber was sich in den letzten Jahren geändert hat, sind das Interesse und der Kontakt. Gewachsenen ist in den Jahren die Ermutigung aus dem Glauben an Gott, die Überzeugung, dass ich, wenn ich Gott sage, mitsage, dass es um ein gutes Leben für alle geht. Gegen alle Widrigkeiten und Widerstände – und selbst noch dort, wo alle Hoffnung schwindet, gibt es Gott. Oder Göttin: Gerade als feministische Theologin kann ich sie_ihn kreativer, spielerischer und radikaler denken – denn allzu lange wurde Gott von kulturell gewachsenen Schemata eines allmächtigen, strafenden, männlichen Gottes verstellt. Das geht zu Ende in einer postsäkularen und postpatriarchalen Gesellschaft. Nie wirklich verstanden habe ich die, die darüber jammern, dass die Selbstverständlichkeit von religiösen Prägungen schwindet. Ist es nicht viel spannender und wohl auch jesuanischer, wenn das Bekenntnis bewusstes, in Freiheit gewähltes Bekenntnis ist? Und nicht mehr Zufall, wie so lange.

Was wirklich trägt, das bleibt. Gott, Jesus, Ruach. Lokal verankert, oft verändert und vernetzt als Weltkirche. Feuer, nicht Asche. Liebe, nicht Hass. Gerechtigkeit und Solidarität.

Auch die Fragen bleiben, und das ist auch gut so. Es passt hervorragend zur diskursiven Struktur des Social Web, mit dem ich mich seit mehreren Jahren intensiv beschäftige. Glaube zeigt sich im Alltäglichen, Glaube wird glaubwürdig in Beziehung. Beim Gespräch am Küchentisch und genauso via Facebook, Twitter & Co.

Andrea Mayer-EdoloeyiAndrea Mayer-Edoloeyi, geb. 1971, ist Social Media Managerin für ThemaTisch.at, ein Projekt der Katholischen Aktion Oberösterreich, und schreibt als Studentin der Theologie gerade an ihrer Diplomarbeit zu Kirche und Social Media. Sie bloggt bei ThemaTisch.at und auf andreame.at.

Wenn Sie katholischer Blogger oder katholische Bloggerin sind und Ihr „Bekennerschreiben“ hier veröffentlichen möchten, dann nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf: medienpastoral@seelsorgeamt-freiburg.de

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Hinweis der Redaktion: In unregelmäßiger Folge bitten wir Gastautorinnen und -autoren um Beiträge für unseren Blog. Diese Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.


Antworten

  1. Sehr schön. Da schlägt auch mein gemäßigt feministisches Herzchen schneller!

  2. Freut mich! Feminismus ist ja durchaus ein Begriff, der ganz viele Varianten zulässt, irgendwie auch katholisch – allumfassend – weit ;-)

  3. [...] tweetmeme_source = 'andreame'; tweetmeme_service = 'ow.ly'; Auf Sendezeit hatte ich das Vergnügen, eingeladen geworden zu sein, ein Bekennerinnenschreiben zu [...]


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