Im Kontext der missionarischen Initiative „Glauben – Bekennen – Handeln“ der Erzdiözese Freiburg laden wir andere katholische Bloggerinnen und Blogger ein, uns in einen kurzen Text (möglichst nicht mehr als 2000 Zeichen) zu schreiben, warum sie katholisch sind. In unregelmäßigen Abständen veröffentlichen wir diese „Bekennerschreiben“. Heute schreibt Dr. Josef Bordat, Autor von Jobo72′s Weblog.

Warum ich katholisch bin? Weil ich wenige Tage nach meiner Geburt getauft wurde. Warum ich katholisch bleibe? Weil das meinem religiösen Glauben entspricht.
Ich glaube an den Gott der Bibel, der sich in Jesus Christus offenbart. Die Liebesbotschaft, die in dieser Offenbarung Gottes enthalten ist, muss vom Menschen beantwortet werden. Ich glaube, dass die Kirche diese Antwort ist. Jesu Wirken löste eine Bewegung aus, die viele Menschen in ihren Bann zog. Ich glaube, in der Kirche diese Bewegung zu erkennen. Fasziniert von der Lehre Jesu, versuchen Menschen sich an dem zu orientieren, was ihr Kern ist: die Liebe zu Gott, zum Nächsten und zu sich selbst. Ich glaube, dass die Kirche dabei helfen kann.
Sie tut dies, indem sie konsistente Antworten auf drängende Lebensfragen gibt, eine stärkende Erfahrung durch Sakramente und Gemeinschaft ermöglicht und beherzt Partei ergreift für Benachteiligte – drei Aspekte, die für mich entscheidend waren und sind.
Die Kirche vertritt ein Menschen- und Weltbild, das mich überzeugt, weil es Ausdruck vernünftigen Glaubens ist. Zur Ursprungsfrage, zum Sinn des Lebens, zur Gestaltung von Staat und Gesellschaft trägt die Kirche gute Gedanken bei.
Kirche ist Gemeinschaft. Gemeinden habe ich als Orte erfahren, an denen man voneinander lernen, miteinander feiern und sich gegenseitig helfen kann. Da Kirche Weltkirche ist, gilt dies global. Egal, wo ich gerade bin – in der Pfarrei bin ich richtig. Dort ist ein Stück Heimat spürbar, Geborgenheit und Vertrauen.
Kirche lebt von der Vielfalt der christlichen Spiritualitäten. Ganz besonders ist für mich in den letzten Jahren die Fazenda da Esperança prägend. Mit welcher Radikalität auf den „Höfen der Hoffnung“ die Liebe des Evangeliums gelebt wird, beeindruckt mich immer wieder auf’s Neue.
Kirche lebt von jedem Einzelnen, jedem Heiligen, aber auch jeder Theologin, jedem Küster, jeder Firmbewerberin. Jede und jeder Einzelne in ihr macht meinen eigenen Glauben reicher und runder.
Also: Warum ich katholisch bin und bleibe? Ich bekenne: Ich fühle mich in der Kirche angenommen und aufgehoben, kurzum: sauwohl!
Dr. Josef Bordat ist Philosoph und Autor. Er schreibt wissenschaftliche, feuilletonistische und belletristische Texte. In seinem Blog „Jobo72′s Weblog“, den er seit Anfang 2008 betreibt, macht er Anmerkungen zur christlichen Existenzphilosophie, zur Ethik und zum Verhältnis von Religion und Wissenschaft. Spirituelle Texte und Stellungnahmen zu aktuellen Glaubens- und Kirchenfragen ergänzen das Spektrum der Beiträge.
Wenn Sie katholischer Blogger oder katholische Bloggerin sind und Ihr „Bekennerschreiben“ hier veröffentlichen möchten, dann nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf: medienpastoral@seelsorgeamt-freiburg.de
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Hinweis der Redaktion: In unregelmäßiger Folge bitten wir Gastautorinnen und -autoren um Beiträge für unseren Blog. Diese Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.



Ich bin nicht katholisch, aber es tut gut, so etwas positives zu lesen! Danke!
Von: tiqun am November 10, 2010
um 15:25
Ich bin 1998 in diese Kirche gerufen worden, vom Gründer selbst! Das, obwohl ich erst gegen diese Seine Kirche etc. war (sorry! habe mich verführen lassen.).
Ob wohl es viele Probleme gab, weil ich das päpstl. Lehramt liebe und uneingeschränkt befolgen möchte, kann man mich nicht mehr davon abbringen.
Noch was: Jesus brachte mich zu seiner Mama, und diese Seine Mama brachte mich zu den Sakramenten. Jetzt weiß ich wie wichtig diese Kirche, die Sakramente und der Papst sind. Und dem will ich dienen!!! Herzen öffenen!!!
Von: Br.Johannes-Marcus am November 10, 2010
um 20:32
Diesem Bekennerschreiben ist nichts hinzuzufügen. Es könnte von mir selbst sein.
Maria, die Mutter Jesu und auch unsere Mutter, führt uns immer tiefer zu ihrem Sohn, so dass wir die Kirche lieben, wie sie es tut als Mutter der Kirche. Darum können wir in Seiner Kirche dankbar und freudig einen lebendigen Glauben leben und glücklich sein.
Von: Marianne Henseler am November 11, 2010
um 01:56
Ich danke Ihnen, ich danke Euch sehr herzlich für die Kommentare!
Auch der Medienpastoral im Erzbistum Freiburg gilt mein Dank – lieber Norbert Kebekus: Danke für die Möglichkeit, hier ein solches Glaubensbekenntnis zu veröffentlichen!
Da jedoch der Umfang begrenzt war, verlangen die Ausführungen an der einen oder anderen Stelle vielleicht doch nach Ergänzung und/oder Erläuterung. Ich will diese in den nächsten Wochen und Monaten auf meinem Blog nachreichen. In der Serie „Bekenntnisse“ werde ich immer mal wieder einzelne Aspekte, die ich im „Bekennerschreiben“ nur kurz angesprochen habe, mit Anmerkungen theoretischer und praktischer Art sowie mit persönlichen Erfahrungen tiefer zu begründen versuchen. Los ging es bereits vor einer Woche mit einem Beitrag zum Begriff des Glaubens: http://jobo72.wordpress.com/2010/11/11/bekenntnisse-%E2%80%93-i-%E2%80%9Eich-glaube%E2%80%9C/
Herzliche Grüße und Gottes Segen,
Ihr
Josef Bordat (JoBo72)
Von: jobo72 am November 17, 2010
um 14:21