Verfasst von: nk | Dezember 2, 2010

Bekennerschreiben von Ralf

Im Kontext der missionarischen Initiative “Glauben – Bekennen – Handeln” der Erzdiözese Freiburg laden wir andere katholische Bloggerinnen und Blogger ein, uns in einen kurzen Text (möglichst nicht mehr als 2000 Zeichen) zu schreiben, warum sie katholisch sind. In unregelmäßigen Abständen veröffentlichen wir diese “Bekennerschreiben”. Heute schreibt Ralf, Autor von Pax et Bonum.

Screenshot Blog Pax et Bonum

Nein, von Jugend auf katholisch sozialisiert bin ich nicht wirklich. Obwohl frühzeitig rheinisch-katholisch getauft und gefirmt (auch bei letzterem ohne jegliche Erinnerung daran), war ich wohl das, was nach meiner Erfahrung immer noch viele sind: man ist eben irgendetwas, im Rheinland oft katholisch, aber es ist absolut bedeutungslos. Bis auf ein paar soziale Aktionen hatte ich mit der Kirche wenig am Hut, mit dem Glauben noch weniger, allerdings ohne ablehnend zu sein. Bloß reines Desinteresse.

Erst mit Anfang 20 wurde das anders, als ich aus purer Lust nach Abwechslung im Lesestoff mal was über die zahlenmäßig größten Religionen lesen wollte und feststellte, daß ich formal ja auch einer angehöre. Also kam es anschließend zum Kauf zweier Bücher: der Bibel, es gab keine zuhause (das Neue Testament wurde mit einigen Aha-Effekten einmal durchgelesen) und des Katholischen Katechismus (wurde nach Bestätigung der üblichen „Skandallehren“ – wer liest schon ein Buch von vorne – erst einmal beiseitegelegt).

Irgendwann kam es dann zu dem Tag, an dem ich plötzlich glauben konnte, daß der Mann am Kreuz nicht nur mausetot war, sondern auch wirklich und real auferstanden ist und auch heute noch lebt, rund 2000 Jahre später. Alles änderte sich. Daß ich dann auch noch katholisch blieb (dies immer überzeugter) und nicht evangelisch oder orthodox wurde, habe ich u.a. dem Lesen einiger Kirchenvätertexte zu verdanken.

Dann kreuzten später auch noch die Schriften des Hl. Franziskus von Assisi mein Leben, und ich wußte, wie ich seither versuchen möchte, dem Evangelium gemäß zu leben. Dieser Weg ist lang, der Lernprozeß hört nie auf. Die anfängliche platte Missionsbegeisterung weicht immer mehr dem Respekt vor der Gottesebenbildlichkeit des anderen, die Lust am Diskutieren weicht immer mehr der Einsicht, daß alles Gnade ist. Toleranz geht übrigens auch wunderbar ohne Aufgabe des Wahrheitsanspruches des Glaubens.

Katholisch bin ich, weil Er mir immer wieder zeigt, daß ich nur hier in Seiner Kirche als Kind meiner Zeit eine Harmonie von kritischer Vernunft und Glauben finden kann. Und katholisch bin ich vor allem auch deswegen, weil ich weiß – auch wenn ich es kaum glauben und noch weniger verstehen mag -, daß Er mich mehr liebt als ich mich selbst.

Ralf ist Arzt, ist verheiratet, hat eine Tochter. Er ist baldiger Laienfranziskaner (Noviziat beginnt im Dezember). Seit Mitte 2003 bloggt er unter paxetbonum.de.

Wenn Sie katholischer Blogger oder katholische Bloggerin sind und Ihr „Bekennerschreiben“ hier veröffentlichen möchten, dann nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf: medienpastoral@seelsorgeamt-freiburg.de.

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Hinweis der Redaktion: In unregelmäßiger Folge bitten wir Gastautorinnen und -autoren um Beiträge für unseren Blog. Diese Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.


Antworten

  1. [...] es andere bei Eigenproduktionen auch tun, verweise ich auch mal auf mein Bekennerschreiben bei der Sendezeit. Ist schon ein paar Tage [...]


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